Pierre-Jean LEDUC: Internationalisierung, Innovation, Investitionen

Pierre-Jean LEDUC: Internationalisierung, Innovation, Investitionen

Firmenleben

Eine strategische Vision für die französische Industrie

Während der Debatte mit dem Titel „Reindustrialisierung: eine Frage des Überlebens?“ am 28. August 2025, die im Rahmen von La REF 2025 organisiert wurde, lieferte Pierre-Jean LEDUC, Präsident von Polyvia und DEMGY, eine kompromisslose Analyse der strukturellen Herausforderungen, denen sich die französische Industrie gegenübersieht. Er ergänzte seine Ausführungen in einem Interview bei Radio LaREF und verdeutlichte die Position von Polyvia zur anhaltenden Deindustrialisierung.

Seine Botschaft richtet sich direkt an die Hersteller: Sie müssen dringend die Kontrolle über ihre strategische Zukunft übernehmen. Dazu gehört, dass sie sich im Premiumsegment positionieren, aktiv die Internationalisierung vorantreiben und gezielt in Innovation und Ausbildung investieren.

Was ist REF?

Die REF (Rencontre des Entrepreneurs de France) ist eine jährlich vom MEDEF organisierte Veranstaltung. Sie bringt Führungskräfte aus der Wirtschaft, politische Entscheidungsträger sowie Wirtschafts- und Industrieexperten zusammen, um wichtige Fragen im Zusammenhang mit Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Wandel zu diskutieren. Als wahres Ideenlabor ist die REF zu einem unverzichtbaren Forum für die Debatte über die strategische Ausrichtung der französischen und europäischen Wirtschaft geworden.

Kunststoffherstellung: ein Spitzensektor in Gefahr

Die französische Kunststoff- und Verbundwerkstoffindustrie erzielt einen Jahresumsatz von 76 Milliarden Euro und beschäftigt 4.000 Unternehmen und mehr als 211.000 Mitarbeiter. Sie beliefert strategische Sektoren wie Luftfahrt, Automobilindustrie, Medizin und erneuerbare Energien. Allerdings ist sie anfällig: Seit 2021 ist Europa Nettoimporteur von Kunststoffprodukten, und die Produktion von recyceltem Kunststoff ging 2024 zurück.

Eine Plattform, um die Debatte neu auszurichten

In einem in La Tribune veröffentlichten Meinungsbeitrag warnt Polyvia vor den Auswüchsen einer öffentlichen Debatte, die sich allzu oft um die pauschale Ablehnung von Kunststoff dreht. Die Organisation weist darauf hin, dass Kunststoff ein strategischer Werkstoff für den ökologischen Wandel ist, insbesondere bei der Gewichtsreduzierung von Fahrzeugen, der Gebäudedämmung und medizinischen Geräten. Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, Kunststoff zu eliminieren, sondern eine zirkuläre, wettbewerbsfähige und innovative Industrie aufzubauen. Polyvia fordert eine kohärente Industriepolitik, die auf Innovation, Souveränität und der Verwertung von recycelten Materialien basiert.

Der Ruf nach einer europäischen Industriestrategie

Polyvia fordert die Europäische Union auf, einen Aktionsplan für Kunststoffe zu entwickeln, ähnlich denen, die für die Chemie- und Automobilindustrie umgesetzt wurden. In Frankreich liegt ein Dekret zur Einführung einer Prämie für die Verwendung von recyceltem Kunststoff vor, dessen Veröffentlichung jedoch dringend erforderlich ist, um die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen zu unterstützen.

Internationalisierung: eine strategische Notwendigkeit

Laut Pierre-Jean LEDUC sind 90 % der Kunststoffunternehmen Zulieferer der Stufen 2 oder 3 und von internationalen Auftraggebern abhängig. Letztere investieren dort, wo die Wettbewerbsfähigkeit hoch ist und die Branche geschätzt wird. Wenn Frankreich keine glaubwürdige Industriestrategie definiert, müssen die Unternehmen ihren Kunden ins Ausland folgen und neue Märkte erschließen.

Die Internationalisierung sollte nicht als Einschränkung, sondern als Chance gesehen werden. Sie ermöglicht es den Herstellern, sich näher an den Produktionsstätten ihrer Kunden zu positionieren und gleichzeitig ihr französisches Know-how weltweit zu fördern.

Investitionen in Innovation und Ausbildung

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen KMU und mittelständische Unternehmen in Frankreich in Innovation, Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildung investieren. Gleichzeitig müssen sie jedoch Europa und sogar die ganze Welt als ihr Betätigungsfeld betrachten. Nur so können sie den Anforderungen der globalen Märkte gerecht werden und ihre Strategie von Frankreich aus steuern, nach dem Vorbild des deutschen Mittelstands.

Über Polyvia

Polyvia ist der Berufsverband, der die Kunststoff- und Verbundwerkstoffindustrie in Frankreich vertritt. Er unterstützt Unternehmen bei ihrer industriellen, technologischen und strategischen Entwicklung. Polyvia setzt sich für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche, die Förderung von Innovationen und die Unterstützung von Ausbildungsmaßnahmen durch Strukturen wie ISPA und das technische Zentrum IPC ein. Polyvia trägt aktiv zur Strukturierung einer zukunftsorientierten französischen Industrie bei.  
 Weitere Informationen: https://www.polyvia.fr


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